Allgemein
Steckling nennt man eine abgetrennte Triebspitze einer Pflanze, die in den Boden gesteckt wird und dort beginnt, neue Wurzeln auszubilden, so dass daraus wieder eine komplette Pflanze heranwächst. Je nach Pflanzenart verwendet man krautige oder holzige Pflanzenteile, bevorzugt die Triebspitze, aber auchTeile des Triebes.
Das Wunder der Bewurzelung
Bemerkenswert ist die Fähigkeit vieler Pflanzen, aus der Schnittstelle eines krautigen Triebes Wurzeln wachsen zu lassen. Diese Fähigkeit wird heute im grossen Stil genutzt, um Pflanzen vegetativ zu vermehren. Doch warum haben die Pflanzen diese Fähigkeit entwickelt? Wahrscheinlich hatten die Pflanzen diese Fähigkeit schon entwickelt, bevor der Mensch begann, Stecklinge zu schneiden.Immerhin braucht man dazu ein scharfes Messer oder zumindest eine sehr scharfe Steinklinge, deren mögliche Anwendung man auf einige zehntausend Jahre beschränken kann.
Absenker
Vielleicht ist die Fähigkeit, am Trieb Wurzeln wachsen zu lassen, zuerst in der Form von Absenkern entstanden, wobei der Trieb Kontakt mit dm Boden bekommt und an den Internodien neue Wurzeln ausbildet, über die er zusätzliche Nährstoffe aufnehmen kann, um den Trieb zu versorgen. Vielleicht hat auch Trockenstress dazu beigetragen, diese Fähigkeit zu entwickeln, wenn der Trieb an einer feuchten Stelle den Boden berührte, während die Wurzeln der Pflanzen kaum Wasser finden konnten. Insbesondere bei grossen Pflanzen könnte es sein, dass spärlicher Regen am Blätterdach abläuft und vermehrt die Peripherie der Pflanze befeuchtet.
Vom Absenker zum Steckling
Der nächste Schritt mag gewesen sein, dass die neu gebildeten Wurzeln nicht nur die Mutterpflanze versorgen konnten, sondern dass der bewurzelte Trieb überleben konnte, auch wenn die Mutterpflanze abstarb. So konnte sich die Pflanze auch ausbreiten, wenn die Bedingungen für die Keimung der Samen nicht optimal war oder eine Befruchtung nicht möglich war. Die Fähigkeit zur vegetativen Vermehrung ist auch bei Einzellern und niederen Tieren bekannt und scheint die ursprüngliche Form der Vermehrung zu sein, die Zellteilung.
Zellteilung
Die Zellteilung oder Mitose beginnt mit der Verdopplung des Chromosoms einer Zelle. Dabei spaltet sich die DNA in zwei RNA Stränge auf, die mit den passenden Molekülen gespiegelt andocken und jeweils wieder einen kompletten DNA Strang bilden, sodass der ursprüngliche DNA Strang sich verdoppelt hat. Bemerkenswert hierbei ist, die beiden neuen DNA Stränge aus einem "alten" RNA Strang bestehen und aus einem neu gebildeten RNA Strang, so dass es sein könnte, dass es noch sehr sehr alte RNA Stränge gibt.
Entstehen bei der Replikation Fehler, dockt ein "falsches" Molekül an, wird bei der nächsten Zellteilung dieser Fehler zumindest von dem einen, neu gebildeten RNA Starng wietergegeben. Dadurch entstehen Mutationen, die geringfügige Änderungen hervorrufen können.
Bei der generativen Vermehrung ist im Prinzip der Zellteilung eine Vermischung und Neukombination zweier DNA Stränge vorausgegangen. Durch weitere Zellteilung wächst dann ein Lebewesen heran, das Erbeigenschaften hat, die aus einer zufälligen Kombination der Elterneigenschaften bestehen.
Spezialisierung der Zelle
Anscheinend können neu gebildete Pflanzenzellen verschiedene Aufgaben übernehmen, sich also spezialisieren. Die einen werden Blattzellen und andere können Wurzelzellen werden, je nach dem, was die Pflanze am Nötigsten braucht. Die Zellteilung bei Pflanzen geschieht vorwiegend an den Knospen.





